Bild: Peter Weidemann, Pfarrbriefservice
Montag, 26.01.2026 um 18:00 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche
Die Pogrome gegen Jüdinnen*Juden am und um den 9. November 1938 bildeten nicht den Anfang der NS-Verfolgung. Sie fanden auch nicht nur in einer dunklen „Kristallnacht“ statt, wie es lange danach verharmlosend hieß, sondern auch in den Tagen davor und danach. Auch der 27. Januar 1945 bedeutete für viele noch keine Befreiung vom Naziterror, zumal die Millionen Toten und die Folgen der Gewalt für die Überlebenden ein Leben lang Wunden bliebe.
Ein Grußwort von Judith Neuwald-Tasbach
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich danke Ihnen allen von Herzen, dass Sie diese Tradition des Gedenkens hier in Horst weiterführen und heute hier sind!
Seit so langer Zeit versammeln wir uns hier in Horst, um der armen jüdischen Zwangsarbeiterinnen aus Ungarn zu gedenken, die über Ausschwitz in das Zwangsarbeiterlager der Gelsenberg AG ganz in der Nähe hier in Gelsenkirchen-Horst verschleppt wurden. Diese Frauen und Mädchen, unter Ihnen auch meine liebe Mutter Cornelia sel.A., wurden aus ihrer heilen Welt grausam verschleppt, misshandelt und gequält und nur wenige von Ihnen haben das Dritte Reich überlebt. Viele von Ihnen sind hier am 11. September 1944 bei einem Bombenangriff schrecklich ums Leben gekommen. Sie fanden keinen Schutz, nirgendwo. Wir dürfen sie niemals vergessen und wir dürfen niemals zulassen, dass die Erinnerung an die furchtbare Zeit des Dritten Reiches irgendwann verblasst!
Und wir denken heute auch dankbar an die wenigen mutigen Menschen, die damals Licht in das Dunkel der Verzweiflung gebracht haben, und den überlebenden und verletzten jüdischen Frauen geholfen haben: Dr. Rudolf Bertram, der Pfleger Franz Schimion und all die anderen, die dazu beigetragen haben, Leben zu retten. Sie sind für uns ein Vorbild für Mut und Menschlichkeit in einer unmenschlichen Zeit!
„Wer auch immer ein einziges Leben rettet, der ist, als ob er die ganze Welt gerettet hätte!“ Aus dem babylonischen Talmud, Traktat Sanhedrin.










