Heute richten wir unseren Blick auf das Medaillon oben rechts auf dem Hungertuch: Wir sehen eine gebeugte Frau.
In einem Gebet schreibt die Künsterlerin Anne zur Linden:

„Du lässt uns alt werden, damit wir Zeit haben, den Sinn unseres Lebens zu erfüllen auf dem Weg zu dir.
Doch wir schieben alte Menschen oft an den Rand und lassen sie einsam werden.“
Einsamkeit ist heute für viele Menschen in Deutschland eine Realität – und sie betrifft Menschen jeden Alters. Junge Menschen genauso wie Menschen in der Lebensmitte oder im hohen Alter erleben, wie schmerzhaft Einsamkeit sein kann.
Besonders in Zeiten des Umbruchs kann sie spürbar werden: beim Beginn von Studium oder Ausbildung, in einem neuen Job, nach einem Umzug, im Ruhestand, nach einer Trennung oder wenn ein geliebter Mensch stirbt.
Wer sich einsam fühlt, muss damit nicht allein bleiben. Es gibt Menschen, die zuhören – in der Seelsorge, in Beratungsstellen oder im persönlichen Gespräch.
Und auch Gott ist immer ansprechbar. Wer sich seiner Liebe öffnet, kann erfahren: Ich bin nicht allein. Gott geht mit.
Hier im Gottesdienst erleben wir Gemeinschaft – miteinander und mit Gott. Darum rufen wir ihn im Kyrie an.
Besinnung
Gott, ich möchte mein Herz anschauen.
Hilf mir dabei. Dir kann ich sagen, was ich anderen oft nicht erzählen kann.
Gott, in der Stille sage ich dir, wie sich meine Einsamkeit anfühlt.
– Stille –
Gott, in der Stille sage ich dir, was mein Herz wirklich braucht.
– Stille –
Gott, in der Stille sage ich dir, was ich mir wünsche.
– Stille –
Gott, in der Stille sage ich dir, was ich von dir erhoffe.
– Stille –
Und ich will hören, Gott,
was du meinem Herzen antwortest.










