2. Die Rosenkranzandacht

Samstag, den 03. Oktober 2015 um 11:41 Uhr Heckmann, Rudolf
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Wir laden im Monat Oktober zu den Rosenkranzandachten ein. Kommen Sie zusammen und beten in Ruhe diese alte Gottesdienstform. Die jeweiligen Termine und Orte finden Sie in der Gottesdienstordnung.

Die Rosenkranzandacht

Unsere Kirche kennt viele liturgische Feierformen. Eine davon sind die Andachten. Andachten sind aus verschiedenen Wurzeln entstanden: Sie waren ein volkstümliches Gegenstück zur Tagzeitenliturgie (Brevier) des Klerus. Wir kennen die Kreuzwegandacht, die Maiandacht, die Pfingstnovene. Die Andachten sind eine bereichernde Gottesdienstform und keineswegs überflüssig. Im Monat Oktober wird in vielen Gemeinden das Rosenkranzgebet oder eine Rosenkranzandacht angeboten. Er wird zum Anlass genommen, verstärkt das Leben Jesu mit dem Gebet des Rosenkranzes zu betrachten. Dieses meditative Gebet möchte ich heute ein wenig beleuchten.

Der Rosenkranz, früher sagte man Paternosterschnur, ist eine Zähl- und Gebetskette. In regelmäßigen Abständen wird das Vater unser, das Ave Maria und die Doxologie (Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist) gebetet. Die Perlen sollen einem beim Beten helfen. Im Mittelalter wurde erst nur das “Vater unser …“ mit Hilfe der Gebetsschnur gebetet. Um das Jahr 1100 kam das Ave Maria Gebet hinzu, welches einhundertfünfzigmal in Zehnergruppen gegliedert und mit Glaubensgeheimnissen und biblischen Texten des Leben Jesu verbunden wurde.

Die älteste schriftlichen Überlieferung des Rosenkranzgebetes findet man bei der angelsächsischen Adligen Lady Godiva († um 1085). Die heutige bekannte Form des Rosenkranzgebetes entwickelte sich im 15. Jahrhundert aus alten Mariengebeten. Heute betrachtet man mit 59 Perlen und einem Kreuz das Leben Jesu mit den Augen Marias.

Dabei gibt es vier verschiedene Geheimnisse: die freudenreichen, die schmerzhaften, die glorreichen Geheimnisse. Papst Johannes Paul II. fügte 2002 anlässlich seines 24. Jahrestages seiner Wahl, den bekannten drei Geheimnissen ein viertes Geheimnis, die lichtreichen Geheimnisse, hinzu. Das Gebet des Rosenkranzes kann einem helfen, durch einfaches Wiederholen der Gebete zur Ruhe zu kommen.

Ulrike Sommer

Die heutige Form des Rosenkranzgebetes

(Das Rosenkranzgebet findet man auch im neuen GOTTESLOB (GL), Nr. 4 1, im alten GL Nr. 33)

Gebetsverlauf:

Kreuzzeichen (GL 3 1)

Glaubensbekenntnis (GL 3 4)

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen (GL 3 3)

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Vater unser... (GL 3 2)   -1. Perle nach dem Kreuz-

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Grundgeheimnisse -die nächsten drei Perlen-:

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes,

  1. Jesus, der in uns den Glauben vermehre
  2. Jesus, der in uns die Hoffnung stärke
  3. Jesus, der in uns die Liebe entzünde

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen. 

abgeschlossen mit Ehre sei dem Vater...

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Vater Unser... -4. Perle, erste an der Kette-

Jedes Gesätz beginnt mit dem Vaterunser. Es folgt zehnmal das "Gegrüßet seist du, Maria"; nach dem Namen "Jesus" wird jedes Mal das entsprechende Geheimnis aus dem Leben Jesu eingefügt. Das Gesätz schließt mit dem "Ehre sei dem Vater".

Die freudenreichen Geheimnisse:

Die lichtreichen Geheimnisse

Die schmerzhaften Geheimnisse

Die glorreichen Geheimnisse

Die trostreichen Geheimnisse