Namenstage - Erinnerung an den Namenspatron

Samstag, den 10. Juni 2017 um 10:18 Uhr Paul Heselmann
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Für mich persönlich ist der Monat Juni ein besonderer Monat im Jahr: Zum einen jährt sich dann mein Geburtstag, zum anderen kann ich im Juni Namenstag feiern.

Namenstag feiern?

Oft ernte ich im Freundes- und Bekanntenkreis ein erstauntes: „Aha!! Du feierst deinen Namenstag?“ Wenn man unter „feiern“ das Denken an meinen Namenspatron versteht, ja, dann feiere ich meinen Namenstag.

Zu meiner Kindheit war das noch anders. Meine Tante Maria vergaß meinen Namenstag nie. Sie gratulierte mir dann und sagte, ich solle doch meiner Mutter einen schönen Gruß bestellen, sie käme heute am Nachmittag vorbei, wir sollten den „Tisch in die Mitte“ stellen, Kaffee kochen, Kuchen und Plätzchen würde sie mitbringen. Und so wurde am 29. Juni Namenstag gefeiert. Leider hat sich diese Tradition nur noch vereinzelt erhalten.

Dabei können uns unsere Namenspatrone eine Menge sagen. Aus ihren Lebensläufen können wir für unser Leben lernen. Wenn Eltern heute noch an dem alten Brauch festhalten und den Kindern Namen von Heiligen oder Seligen geben, dann vertrauen sie dabei auf deren Fürsprache für ein gelingendes Leben und verstehen die Heiligen als Vorbilder. Daher wird auch der Namenstag am jeweils angegeben Tag gefeiert; weil er an die Taufe erinnert, wird er auch als ein Geburtstag für das ewige Leben in Christus verstanden (Zitat aus dem Gotteslob, Foto oben rechts: Gotteslob Nr. 701 Namenstag, © Bistum Essen).

Im Monat Juni feiern wir unter anderem den Namenstag von Johannes dem Täufer, Antonius von Padua, Thomas Morus und – natürlich – Peter und Paul. Zu jedem dieser Heiligen fällt uns irgendetwas ein, und wenn es auch nur das Ende der Spargelzeit ist, was wir mit Johannes verbinden.

Vielleicht nutzen wir einmal die vor uns liegende freie Zeit, um uns über unseren Namenspatron zu informieren. Dann können wir an seinem Gedenktag Namenstag feiern. In diesem Sinne wünsche ich uns eine schöne Sommerzeit, ganz gleich, ob wir sie zu Hause oder auf Reisen verbringen, gute Erholung und ganz viel Gottes Segen.
 
Diakon Paul Heselmann