Haus Marienfried gibt einer gesunden Fehlerkultur eine Bühne

Samstag, den 05. November 2016 um 19:44 Uhr Jahnel Martin
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„Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ sagt ein altes Sprichwort und drückt damit aus, dass dort, wo gearbeitet wird, auch Dinge schief laufen können.

Die Mitarbeiter aller Abteilungen des Hauses Marienfried haben daraus ein Projekt geschaffen. Die „Mission Schulterblick“ wurde auf den Weg gebracht. Ziel sollte es sein, Verbesserungspotentiale und Unachtsamkeiten in den Mittelpunkt zu stellen. Aus der „Mücke“ sollte der „Elefant“ gemacht werden. Dies in einer Form, die Mitarbeiter nicht an den Pranger stellen soll, sondern in einer Art und Weise, die etwas mehr Achtsamkeit mit in den Arbeitsalltag bringt. Kurz gesagt: Mit einem Augenzwinkern.

 

Unter der erfahrenen Moderation der Projektmanagerin Svenja Ernesti (Bochum) wurde im Laufe des Jahres eine Fotoausstellung erstellt; es wurden übervolle Wäschesäcke gewogen und Bruchgeschirr gesammelt. Kurzum – alles, was im Arbeitsalltag so schief läuft, wurde visualisiert und im Rahmen einer Ausstellung Mitarbeitern, Bewohnern und Gästen am 04.11.2016 präsentiert.

Auch wurde Einrichtungsleiter Herr Marcus Becker aufgrund seines „musikalischen Hintergrundes“ gebeten, das Thema zu vertonen. Alle Mitarbeiter waren in den großen Marienfried–Chor integriert. „Die Mission Schulterblick ist ein voller Erfolg. Natürlich geht es auch um das Thema Achtsamkeit im Beruf. Aber vielen Gästen ist dabei auch aufgefallen, woran Mitarbeiter einer stationären Pflegeeinrichtung so alles denken müssen.

Es sind viele 100 Details, die den Arbeitsalltag in einer Pflegeeinrichtung prägen. Das schafft etwas mehr Akzeptanz bei allen Beteiligten“ so Einrichtungsleiter Herr Becker. „Nicht so sehr der Umgang mit Erfolgen macht uns stark – viel wichtiger ist es, wie wir mit unseren Fehlern umgehen“ so Hildegard Sallmann (Projektleitung der Mission Schulterblick). Ein tolles Projekt das aufgrund der recht hohen Nachfrage im Frühjahr 2017 nochmals in die Wiederholung geht.