
Am Sonntag, dem 12. Juli, hat sich eine Gruppe mit Pilger:innen aus den drei Gelsenkirchener Pfarreien wieder auf den Weg gemacht. Wie schon 2025 führte der Weg durch die Gebiete aller drei Pfarreien. Im Mittelpunkt stand diesmal christliches Handeln und Wirken verschiedener Akteure in der Stadt.
Los ging es in Gelsenkirchen-Horst im Haus St. Rafael. Das Haus St. Rafael ist eine Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung, die vom Caritasverband betrieben wird. Der Hausleiter gab uns einen Einblick in die Arbeit, und in der wunderschönen Kapelle starteten wir mit einem Impuls in den Tag. Die Leitfrage lautete: Wer oder was lässt mich ungefiltert zu einem besseren Menschen werden?
Weiter ging es zum Jugendtreff der Amigonianer. Auch dort erhielten wir einen Einblick in die Arbeit. Ein Mitarbeiter erzählte: „Gelsenkirchen war immer gut zu mir. Daher möchte ich etwas zurückgeben, damit andere das später auch sagen können.“ Weiter berichtete er: „Hier sind alle willkommen. Und wir leben vor, dass Nächstenliebe eine coole Sache ist.“
Auf dem Weg zur nächsten Station legten wir einen Zwischenstopp an St. Anna in Schalke ein. Die Kirche wird seit Jahren vom Sozialwerk St. Georg für Gottesdienste und Veranstaltungen genutzt und ist derzeit Teil der Manifesta16Ruhr.
Von dort ging es weiter zum Stadtteilladen Bismarck, dem Sozialpastoralen Zentrum von St. Augustinus. Nach mittlerweile knapp 13 Kilometern legten wir hier eine etwas längere Pause bei Kaffee und Kuchen ein. Neben der Stärkung erhielten wir auch hier einen Einblick in die Arbeit vor Ort. „Wir bieten Raum für Angebote, die sich an den Bedarfen der Menschen orientieren. Angebote laufen aus, wenn nur noch wenige kommen. Und dann entsteht etwas Neues. So gibt es einen stetigen Wandel.“ Über die Gründungsidee des Stadtteilladens erfuhren wir: „Wir wollten investieren. Nicht in Kirchensteine, sondern in Menschenbeine.“
Mit diesen Gedanken machten wir uns auf die letzten Kilometer bis zum Ziel. Unterwegs gab es noch einen spontanen Zwischenstopp in der Bleckkirche. Und am Eiswagen vor dem Zoo gönnten sich einige noch eine Stärkung für das letzte Wegstück.
Nach etwa 18,5 Kilometern erreichten wir unser Ziel, das Kinder- und Jugendhaus St. Elisabeth in Erle. Auch dort erhielten wir einen weiteren Einblick in die Arbeit. „Wir geben den Kindern ein Zuhause – und das seit über 120 Jahren. Außerdem unterstützen wir sie dabei, Orientierung im Leben zu finden, auch in Glaubens- und Sinnfragen.“
Im Kinder- und Jugendhaus feierten wir anschließend die Eucharistie und ließen den Tag bei einer Suppe und kühlen Getränken ausklingen.
Wir haben viel erlebt und erfahren und merken: Es gibt ganz viel christliches und katholisches Engagement in unserer Stadt. Viele Menschen leben ihren Glauben jeden Tag durch ihr Handeln. Wenn wir anpacken, die Bedarfe der Menschen wahrnehmen und entsprechend handeln, wird das Reich Gottes mitten unter uns sichtbar.
Text: Laura Meemann, Fotos: Rudolf Heckmann











