Predigt – 30. Sonntag im Jahreskreis A

Weltmissionssonntag: „Eins in Christus, vereint in der Mission“

In meinen Exerzitien bin ich auf ein Buch aufmerksam gemacht worden mit dem herausfordernden Titel:  „Das wenige und das wesentliche“ von John von Düffel

Was ist das Wichtigste im Leben?  Eine ähnliche Frage wird Jesus im heutigen Evangelium gestellt.

Seine Antwort ist klar: Du sollst Gott lieben mit ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst.

Zwei Gebote, die zusammengehören. Denn wer Gott liebt, kann nicht gleichgültig bleiben gegenüber den Menschen, die Gott liebt.

Heute feiern wir den Weltmissionssonntag. Sein Leitwort lautet: „Eins in Christus, vereint in der Mission.“

Wir gehören zusammen – über alle Grenzen hinweg. Christinnen und Christen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa glauben an denselben Christus. Wir sprechen unterschiedliche Sprachen, leben unter verschiedenen Bedingungen und feiern unseren Glauben auf unterschiedliche Weise. Aber uns verbindet die Liebe Gottes.

Eins in Christus – das heißt: Wir gehören zusammen. Vereint in der Mission – das heißt: Wir haben einen gemeinsamen Auftrag.

Mission bedeutet, Gottes Liebe sichtbar zu machen. Dort, wo Menschen füreinander da sind, wo Hoffnung wächst, wo Hunger gelindert und Würde geschützt wird. Das geschieht weltweit, durch kirchliche Hilfswerke und Gemeinden. Aber es geschieht auch hier bei uns: durch ein offenes Ohr, einen Besuch, ein freundliches Wort oder die Bereitschaft, einem fremden Menschen unvoreingenommen zu begegnen.

Die erste Lesung erinnert uns daran, besonders auf Fremde und Menschen in Not zu achten. Gott fordert uns auf, nicht zu vergessen, wie sehr auch wir selbst auf andere angewiesen sind.

Das gilt für die weltweite Kirche. Und es gilt für unsere Pfarrei St. Hippolytus.

Der Pfarrgemeinderat hat sich am letzten Freitag getroffen, um genau diese Fragen zu sprechen.

Wo und wie sind wir in unseren „Erlebnisorten des Glaubens“ sichtbar, in Form von Menschen oder auch digital.

Dabei ist mir besonders wichtig, dass wir unseren Markenkern in den Mittelpunkt stellen. JESUS CHRISTUS!

Dabei muss uns die Frage immer beschäftigen, wie Kirche heute und in Zukunft Menschen erreichen kann. Vielleicht beginnt die Antwort mit einer einfachen Frage: Erfahren Menschen durch uns etwas von der Liebe Gottes? Sind sie bei uns willkommen? Finden sie Menschen, die zuhören und Hoffnung schenken?

Wir müssen nicht die ganze Welt verändern. Aber wir können in unserer Umgebung etwas verändern.

Jesus erinnert uns daran: Gott lieben und den Nächsten lieben gehören untrennbar zusammen.

Liebe Schwestern und Brüder,

„Eins in Christus, vereint in der Mission“ – nehmen wir dieses Leitwort mit in unseren Alltag. Es erinnert uns daran, dass wir Teil einer weltweiten Gemeinschaft sind und dass unser Glaube einen Auftrag hat.

Wir müssen nicht überall sein. Aber wir können für jemanden da sein. Wir können teilen, zuhören und Hoffnung schenken.

So wird unser Glaube lebendig. Und so erfahren Menschen durch uns etwas von Gottes Liebe. Amen.

Gebet zum Weltmissionssonntag

„Eins in Christus, vereint in der Mission“

Gott, du verbindest Menschen auf der ganzen Welt

durch deinen Sohn Jesus Christus.

Wir danken dir für die Vielfalt deiner Kirche,

für Menschen, die glauben, hoffen und lieben,

und für alle, die deine Liebe zu anderen tragen.

Stärke alle, die sich für Frieden, Gerechtigkeit und ein menschenwürdiges Leben einsetzen.

Schenke Mut, wo Menschen verzweifeln, Hoffnung, wo Menschen leiden,

und Gemeinschaft, wo Menschen einsam sind.

Öffne auch unsere Herzen und Hände, damit wir nicht nur von deiner Liebe reden, sondern sie im Alltag leben.

Lass uns über Grenzen hinweg zusammenstehen, einander unterstützen und voneinander lernen.

„Eins in Christus, geeint in der Mission“ – lass uns gemeinsam Zeugen deiner Liebe sein.

Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.