Neues aus dem Projekt Zukunftsperspektiven - Januar 2018

Mittwoch, den 17. Januar 2018 um 17:39 Uhr Berthold Hiegemann
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Veränderungsprozess in St. Hippolytus wird konsequent fortgesetzt!

- Architektenwettbewerb zur Umnutzung der Kirche St. Laurentius erfolgreich abgeschlossen -

Manch einer hatte das Gefühl: Da passiert ja gar nichts! Oder: Viel Lärm um nichts! Doch offensichtlich ist das Gegenteil der Fall. „Endlich wurde uns durch das städtische Bauamt nach mehr als einem halben Jahr die für den Umbau unseres Pfarrzentrums notwendige Genehmigung angekündigt, so dass es im Februar endlich losgehen kann!“ erklärt Gregor Schultheis, der in der Koordinierungsgruppe des Pfarrentwicklungsprozesses der Pfarrei St. Hippolytus für die Koordination der Baumaßnahmen zuständig ist.

„Das wirft uns in unserer zeitlichen Planung ein Stück weit zurück“, ergänzt Pastor Bernd Steinrötter, „denn die notwendigen Baumaßnahmen in Liebfrauen in Beckhausen können erst eingeleitet werden, wenn die Gruppen aus Liebfrauen eine vorübergehend neue Heimat in St. Hippolytus gefunden haben.“ Darum sollen auch baldmöglichst erste Gespräche mit interessierten Projektbüros geführt werden, um zu überlegen wie das Bauprojekt auf der bisherigen Fläche des Gemeindezentrums gestaltet werden könnte. Solange die Räumlichkeiten des Gemeindezentrums noch benötigt werden, bleiben diese auch erhalten. Vermutlich wird die Nutzung bis zum 30.09. dieses Jahres verlängert. Ursprünglich wollte man das Gebäude zum 30.06.2018 freiziehen.

Für die Kirche St. Laurentius kann es nun eine neue, zukunftsorientierte Nutzung geben: 30 Wohnungen mit möglicher Betreuung können hier entstehen! Der hierzu ausgelobte Architektenwettbewerb ist am 05.12.2017 erfolgreich abgeschlossen worden. Hierzu traf sich das 16-köpfige Preisgericht unter Leitung von Michael von der Mühlen, Staatssekretär a.D. und ehemaligem Stadtbaurat der Stadt Gelsenkirchen. Beteiligt waren Gemeindevertreter, Vertreter der Denkmalpflege und des Bauordnungsamtes. Das Preisgericht hat von den 4 eingereichten Architektenplänen den Planungsvorschlag vom Bochumer Architektenteam „zwo+ Architekten“ als Favoriten bestimmt, dessen Planungen nun Realität werden können.Im Jahre 2015 und 2017 hat dieses Architekturbüro bereits das Paulus-Quartier in Essen und die Markuskirche in Gelsenkirchen - Hassel zu Wohnzwecken umgebaut.

„Da haben wir mit Unterstützung des Bistums einen hochprofessionellen Wettbewerb durchgeführt“, erläutert Berthold Hiegemann, Projektleiter des Pfarrentwicklungsprozesses der Pfarrei und gleichzeitig Pfarrgemeinderatsvorsitzender. Ziel der Pfarrgemeinde ist es, in der unter Denkmalschutz stehenden Kirche "Service-Wohnen für Senioren“ entstehen zu lassen. Hierbei war der Denkmalbehörde wichtig, in dem denkmalgeschützten Baukörper die Erlebbarkeit bzw. Wiedererkennung des Kirchengebäudes und des ehemaligen Kirchenraumes zu ermöglichen.

Hier wurde seit dem Frühjahr vergangenen Jahres in vielen unterschiedlichen Gesprächen ein umfängliches Konzept erarbeitet. Dabei hat Gregor Schultheis in enger Abstimmung mit dem Diözesanbaumeister des Bistums Essen, Thomas Tebruck und in Absprache mit der Denkmalbehörde der Stadt Gelsenkirchen und dem LWL in Münster ganze Arbeit geleistet. Die zukünftige Nutzung des Kirchenraumes als Wohnraum erfordert ein intelligentes Raum - Nutzungskonzept, welches unter räumlicher, architektonischer, als auch funktionalen Gesichtspunkten sowie wirtschaftlicher Betrachtung überzeugen muss. Daher wurde auch ein entsprechender Anbau geplant, um die angestrebte Anzahl von Wohnungen zu erzielen. Erster Ansprechpartner für die Umsetzung dieses Bauprojekts bleibt wie geplant das Haus Marienfried, das ja angrenzend an das Kirchengelände ein Seniorenheim betreibt. „Wir werden den Vorschlag genau prüfen, um dann eine Entscheidung bezüglich der Umsetzung zu fällen“, so Pfarrer Wolfgang Pingel. „Ein solches Projekt, das sich kostenmäßig im deutlich siebenstelligen Bereich bewegt, muss gewissenhaft und genauestens geprüft werden“, so Pfarrer Pingel weiter.

Doch auch an den anderen Standorten der Pfarrei ist einiges passiert:

Das Gemeindezentrum von St. Laurentius wurde zum „Katechetischen Zentrum“ der Pfarrei umfunktioniert. Hier findet zukünftig die Kommunion- und Firmkatechese der Gesamtpfarrei statt. Hierzu waren kleinere Umbaumaßnahmen im Saal sowie die Anschaffung einer neuen Bestuhlung notwendig. Hier hat sich der Förderverein St. Laurentius großzügig gezeigt und eine größere Summe als finanziellen Zuschuss bereitgestellt. Außerdem hat die dort ansässige KJG in Eigenregie bei laufendem Betrieb das dortige Jugendheim renoviert.

Die Fördervereine spielen auch in der weiteren Zukunft der Pfarrei eine besondere Rolle. So hat in St. Clemens in Sutum der dortige Förderverein den neuen Anstrich des Gemeindezentrums mitfinanziert. Und in St. Marien in Karnap wird das Gemeindezentrum am Meerstenweg seit einigen Monaten durch den Förderverein verwaltet. „Hier ist das Ziel, die Unterstützung durch die Pfarrei so klein wie möglich zu halten bzw. im Idealfall ganz darauf zu verzichten um den Pfarrei-Etat weitergehend zu entlasten“, so Ralf Berghane, Verwaltungsleiter der Pfarrei.

„Denn an den Rahmenbedingungen hat sich nichts geändert: Wir müssen als Pfarrei in den nächsten Jahren mehr und mehr sparen, doch wir sind davon überzeugt, dass wir weiterhin gute und menschennahe pastorale Arbeit leisten können.“

Fotos: © Rudolf Heckmann