3. Die Feier der hl. drei Tage

Samstag, den 19. März 2016 um 11:33 Uhr Ulrike Sommer
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Mit dem Abendmahlsgottesdienst am Abend des Gründonnerstags beginnt in der katholischen Kirche die Feier der "drei österlichen Tage vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung des Herrn". Diese Tage sind das Herzstück des Kirchenjahres, an denen die Christen den Kern ihres Glaubens feiern. Weil nach antiker und biblischer Vorstellung der neue Tag mit dem Vorabend beginnt, zählt der Gründonnerstagabend mit zu den drei österlichen Tagen.

"Lange Zeit war in der Geschichte der Kirche die Feier dieser drei Tage, dieses Triduum, auf den Tod Jesu konzentriert. Das Ostergeheimnis sei früher nur am Sonntag gefeiert worden. "Karfreitag und Osternacht sind die zwei Seiten einer Medaille: ohne Tod keine Auferstehung, der Tod ist nur der Durchgang zur Herrlichkeit“. Von daher sind die "heiligen drei Tage“ in Wirklichkeit nur ein einziger Tag.Die Fußwaschung, die Jesus an seinen Jüngern vollzog, die Einsetzung des Abendmahls, das Gebet Jesu am Ölberg und schließlich die Auslieferung Jesu an seine Verfolger sind Hauptmotive der Feier am Abend des Gründonnerstages. Eine äußere Besonderheit dieser Messe ist, dass zum Gloria die Glocken und Altarschellen läuten und dann bis zur Osternachtsfeier schweigen. An ihre Stelle treten hölzerne Klanginstrumente (Klappern).

Nach dem Schlussgebet werden die für die Karfreitagsliturgie gewandelten Hostien zu einem Nebenaltar oder einer Seitenkapelle getragen; der Altarschmuck wird entfernt als Zeichen der Trauer. In vielen Gemeinden gedenken in einer anschließenden Anbetung oder in Ölbergandachten die Gläubigen des Geschehens im Garten Getsemani, in dem Jesus vor seinem Leiden betete und von Judas an die Gerichtsdiener des Hohenpriesters ausgeliefert wurde.

Der Name des Gründonnerstages leitet sich vom Mittelhochdeutschen "Greinen" ab, da früher in der alten Kirche an diesem Tag die öffentlichen Büßer wieder in die volle kirchliche Gemeinschaft aufgenommen wurden.

Der Karfreitag ist der Todestag Jesu Christi. Neben dem Aschermittwoch ist er in der katholischen Kirche gebotener Fasttag, an dem die Katholiken sich nur einmal satt essen sollen. Für die evangelische Kirche ist es der höchste Feiertag im Jahr.

Um 15 Uhr, zur Todesstunde Christi, findet in den katholischen Kirchen die Karfreitagsliturgie statt; es wird keine Eucharistie (Messe) gefeiert. Zu Beginn ziehen der Priester und die Messdiener schweigend in die Kirche ein und legen sich als Zeichen der Trauer vor dem Altar auf den Boden. Es folgen Gebete und Lesungen; Höhepunkt ist dabei die mit verteilten Sprecherrollen vorgetragene Leidensgeschichte Jesu nach dem Bericht des Evangelisten Johannes. Ihm folgen die so genannten großen Fürbitten.

Nächster Teil der Feier ist die Kreuzverehrung: Dabei wird ein verhülltes Kreuz in die Kirche getragen, enthüllt und durch Kniebeugen und Küsse verehrt. Dem schließt sich die Kommunionfeier an, bei der am Vortrag konsekrierten Hostien gespendet werden.

An Ostern feiern die Christen die Auferstehung Jesu von den Toten. Es ist das höchste christliche Fest, dessen Höhepunkt die Feier der Osternachtsmesse ist. Die Evangelisten berichten von den Frauen, die das leere Grab Jesu finden und von einem Engel das Geschehen erklärt bekommen: "Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier" (Markus 16,6).

Am Beginn der Osternachtsfeier steht das Abbrennen eines Feuers, an dem die Osterkerze als Symbol für die Auferweckung von den Toten entzündet wird. In feierlicher Prozession wird diese Kerze in die dunkle Kirche gebracht und darin das "Lumen Christi" - Christus das Licht - gefeiert.

In den Lesungen erinnert sich die Gemeinde an Taten ihres Gottes wie die Erschaffung der Welt und des Durchzugs Israels durch das Rote Meer. Mit brausendem Orgelspiel wird das Halleluja angestimmt und anschließend der biblische Auferstehungsbericht verlesen. Darauf folgt eine Taufe oder die Tauferinnerung. In der anschließenden Eucharistiefeier erinnern sich die Gläubigen an Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu, den sie nach katholischem Glauben dann in dem Brot empfangen.

Mit einer 50tägigen Festzeit wird das Ostergeschehen gefeiert, nachdem sich die Christen in der 40tägigen Fastenzeit darauf vorbereitet haben. Am Ende der Osterzeit steht das Pfingstfest. Den Termin (der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond) legte das Konzil von Nizäa im Jahr 325 fest. (Fotos: © Martin Jahnel, Rudolf Heckmann)