„Kirchenmusikalische Nacht“ erfährt wachsende Beliebtheit

Sonntag, den 11. Dezember 2016 um 12:08 Uhr Jahnel Martin
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„Kirchenmusikalische Nacht“ erfährt wachsende Beliebtheit

Draußen war es schon dunkel. Die Geschäfte schlossen so nach und nach und das geschäftige Treiben auf der Essener Straße kam so langsam zum Erliegen.

In der Kirche brannte noch Licht. Warum wohl und so spät? Ich werde neugierig. Langsam öffne ich die schwere Tür der Hauptpforte und trete ein. Ich werde persönlich begrüßt. Toll. Ich bekomme ein Programm in die Hand gedrückt.

Die Kirche ist schon gut gefüllt und der „Junge Chor Beckhausen“ beginnt die „Musikalische Nacht“ mit dem Lied „Open up my heart“ – Öffne mein Herz heißt es, glaube ich. OK, ich setze mich hin und höre dem Chor zu. Ich sitze relativ weit hinten; so klingt es besonders schön…… hat mir jemand mal erzählt. Der Chor hat was drauf ….. diese Stimmen und vor allen Dingen diese Bässe…. ! Anschließend erklingt das Lied „Easter Song“. Ein Osterlied? …. aber schön. So singt der Chor viele weitere Stücke und ich lasse mich ein….. in die Musik, in die tolle Akustik und in diese tolle Kirche. Katholisch oder evangelisch?

Dann war Schluss. Schluss? … nein nur Pause, denn es gab plötzlich hinten in der Kirche ….. in einer Kirche !! Häppchen und Wein. Ich ließ mich wieder ein und erfuhr, dass es hier viele nette Menschen gab, die den Abend nicht nur einfach auf der Couch verbringen wollten. Man sprach mich an!! mich, der mal eben so den Weg in diese Kirche gefunden hat.

Nach ein paar netten Gesprächen rund um die Musik setzten sich alle wieder und das „Vokalensemble St. Laurentius“ trat auf. So ein paar Leutchen in so einer großen Kirche… da war ich ja mal gespannt. Es begann mit dem Stück „Laudate“, gefolgt von „Ich bin eine Stimme“ und dann stand auf dem Programmzettel „Machet die Tore weit“. Dieses Stück hatte ich schon einmal gehört….. eigentlich für einen Großchor geschrieben und jetzt die paar Leutchen? Ich rutsche gespannt hin und her und was ich hörte… ein perfekt vorgetragenes Gesangstück, nicht, wie ich es kannte, aber toll und…….. diese Stimmen  …. Ich war fasziniert….. und das in Hoast (Horst d. Red.).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann war wieder Pause und ich stellte mich wieder in irgendeine Gesprächsrunde. Ich war wieder mittendrin und unter Gleichgesinnten. Der Wein war auch prima und….. es ging weiter. Doch, wo war der nächste Chor?

Plötzlich ertönte die gewaltige Orgel über mir und der Pfarreichor setzte auf der Orgelbühne mit dem Musikstück „Jauchzet dem Herrn“ kraftvoll ein. Jetzt wusste ich es, denn ohne die Orgel wäre dieses Stück nicht so ausdrucksvoll gewesen. Und es ging weiter mit „Dank sei dir Herr“ „Locus iste“ und „Klänge der Freude“. Welche gewaltige Stimmen, die die Akustik der Kirche mit ihren kunstvollen Pausen perfekt ausnutzte. Und ? ….. jedes Wort konnte man verstehen und ich entsann mich plötzlich meiner Jugend, als die Kirchen noch voll waren und wir immer gerne hingegangen sind. Warum denn nur damals?

Dann kamen „Die Leidenschaft erwarten“ und ein „Advent ist ein Leuchten“. Einer sagte neben mir….. „hat er selber geschrieben“. „Wer ist er?“ „Na, der Wolfgang Wilger der Organist da oben…..“ “Toll“, sage ich, „der kann was“. Mein Nachbar antwortet: „Wir in St. Hippolytus machen tolle Musik und werden durch einen Förderverein kräftig unterstützt. Im Übrigen haben wir noch als Chorleiter des Vokalensembles Gregor Schemberg und den Martin Berghane, der den Kinderchor leitet“. 

Gegen 22 Uhr war dann leider schon Schluss und es gab einen riesigen Applaus.

Ich habe die Krimis im Fernsehen verpasst…. aber was ist das schon gegen eine „Kirchenmusikalische Nacht“ in St. Hippolytus… ich glaube katholisch und ich glaube, ich werde die Kirchentür nun öfter mal wieder aufmachen.....

Schlußgedanke: So oder ähnlich wird es dem einen oder anderen Besucher ergangen sein.

© Fotos und Texte von Martin Jahnel