Orgelkonzertreihe 2015

Samstag, den 10. Oktober 2015 um 18:46 Uhr Ingeborg Banna
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Jeweils im Wechsel mit einer Kirchmusikalischen Nacht veranstaltet der Förderverein der Freunde und Förderer der Kirchenmusik an St. Hippolytus e. V. eine Orgelkonzertreihe im Herbst. In diesem Jahr finden die Konzerte an drei Sonntagen im November statt. Der Eintritt zu den Konzerten ist jeweils frei; um eine Spende für den Förderverein wird gebeten.

8. November 2015, 18:00 Uhr

an der Rieger-Orgel: Dr. Hans Joachim Heßler, Duisburg

15. November 2015, 18:00 Uhr

an der Rieger-Orgel: Wolfgang Schwering

22. November 2015, 18:00 Uhr

an der Rieger-Orgel: Christian Schmitt, Stuttgart

 

8. November 2015, 18:00 Uhr

an der Rieger-Orgel: Dr. Hans Joachim Heßler, Duisburg

Dr. Hans-Joachim Heßler

• geboren 1968 in Recklinghausen;

• Orgel und Improvisation bei Karl Weyers und Thomas Gabriel;

• 1988-95 Klavierstudium bei Prof. Werner Seiss in Dortmund;

• 1995-98 Dirigierstudium bei Prof. Werner Seiss, Tonsatz bei Prof. Heribert Buchholz und Komposition bei Prof. Dr. Norbert Linke;

• 1990-96 Studium der Schulmusik und der Germanistik für die Sekundarstufe II an der Universität Dortmund;

• veröffentlichte zahlreiche Schriften, so etwa im Jahre 2001 ein Buch über Jean-François Lyotards „Philosophie der postmodernen Musik“;

• nach Absolvierung des Doktoratstudiums an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Graz, Verleihung des akademischen Grades „Doctor philosophiae“ (Dr. phil.);

• vielfältige Erfahrungen im Bereich der neuen Kammermusik, in dem auch der Schwerpunkt seines kompositorischen Schaffens zu sehen ist. Es entstanden neben zahlreichen Kompositionen für sein Hauptinstrument, dem Klavier, über 100 Orgelkompositionen, die der Faszination der klanglichen Möglichkeiten des Instrumentes Ausdruck verleihen;

• zwischen 1991 und 1996 war er Mitglied des AB-ART-ENSEMBLES (Konzerte u.a. in New York, London und Graz);

• seit dem Herbst 1996 insgesamt 8 Orchesterstücke als Auftragskompositionen für die Philharmonie Brasov (Kronstadt)/Rumänien und die Sinfonietta Bulgaria;

• als Pianist wirkte er bei diversen Uraufführungen anderer zeitgenössischer Komponisten mit, so z.B. 1990 bei der Uraufführung des Zyklus „Aus Lust, den Bogen zu spannen“ für Kammerensemble, Klang- und Pendelobjekte von Rüdiger Beckemeier im Aalto-Theater in Essen (Mitschnitt des WDR-Fernsehens) und 1991 bei der Uraufführung des „Particell da Requiem“ von Ulrich Blomann im Rahmen der Landeskulturtage NRW als Mitglied des AB-ART-ORCHESTERS (Fernsehaufzeichnung und Koproduktion des WDR);

• 1993 Solist beim Projekt „Kontaktion 1“ während des 25. Deutschen Evangelischen Kirchentages in München;

• zwischen 1999 und 2008 entstanden u.a. einige spartenübergreifende Werke für Kirchenorgel mit Nebeninstrumenten: Kaleidoskop #1 (1999 für Orgel und Schlagwerk), Tanz auf dem Vulkan (2006 für Orgel, Klavier, Kontrabass und Schlagwerk), Spiegel im Spiegel (2008 für Orgel, Klavier, Tenorsaxophon, Flöte, Kontrabass, Synthesizer und Schlagwerk);

• seit dem Sommersemester 1997 ist er künstlerischer Lehrbeauftragter in den Fächern „Klavier“, „begleitendes Klavierspiel“ und „Tonsatz“ am Institut für Musik der Universität Dortmund.

Programm

Das Programm des Organisten Dr. Hans-Joachim Heßler „Komponisten und Kompositionen des Ruhrgebiets – vom Mittelalter bis heute“ erzählt die Geschichte der Musik des Ruhrgebiets. Auf musikalische Art soll gezeigt werden, dass es im 21. Jahrhundert wieder sinnvoll erscheint, sich demjenigen Dreiklang zuzuwenden, welcher diese Region bereits im Mittelalter und in der Renaissance bestimmt hat: Handel (Handwerk), Wissenschaft (Bildung) und Kultur (Musik, Kunst, Literatur). Es soll ins Bewusstsein gerufen werden, dass die Städte des Ruhrgebiets eine bedeutende Geschichte haben, die lange vor der Gründerzeit ihren Anfang nahm. In Anlehnung an den großen Kartographen Gerhard Mercator, welcher von 1551 bis zu seinem Tode im Jahre 1594 in Duisburg lebte, wird die Ausbreitung der Schallwellen anhand einiger (musikalischer) Heldinnen und Helden des Ruhrgebiets vom 10. bis ins 20. Jahrhundert historisch und kartographisch nachgezeichnet. In der Renaissance lebte als Zeitgenosse Mercators der Ritter Rütger von der Horst, der das Schloss Horst errichten ließ, das heute als einer der ältesten und wichtigsten Renaissancebauten in Westfalen weltweites Ansehen genießt. Die Renaissancemusik des Ruhrgebiets soll folglich einen Schwerpunkt des Konzertes bilden. Jede Zeit strebt nach Erkenntnis, Lebendigkeit, Wahrheit und danach, etwas Bleibendes zu hinterlassen. Ähnlich wie im Roman Cloud Atlas von David Mitchell greifen auch in Heßlers Orgelprogramm sechs Geschichten ineinander, welche zusammengenommen einen Zeitraum von mehr als 1000 Jahren überspannen. Es entsteht ein filigranes Gewebe aus Zitaten und musikalischen Verweisen. Die Schallwellen überlagern und beeinflussen sich gegenseitig, bis schließlich etwas Neues entsteht. Jede Zeit beeinflusst die nachfolgenden Zeiten. Jedes Jahrhundert die nachfolgenden Jahrhunderte.

Komponisten und Kompositionen des Ruhrgebiets – Vom Mittelalter bis heute (Teil 1)

Hans-Joachim Heßler (*1968)

Da Pacem Domine

[Das Essener Damenstift im Mittelalter (10.-14. Jh.)]

 

Hans-Joachim Heßler (*1968)

Erotematum Musicae

[Friedrich Beurhaus (1536-1609) im Dortmund des 16. Jahrhunderts]

 

Hans-Joachim Heßler (*1968)

Meditation über „Wie schön leuchtet der Morgenstern“

[Philipp Nicolai (1556-1608) als Schüler von Friedrich Beurhaus]

 

Joseph Alexander (1772-1840)

Andante mit Variationen

(Transkription für die Orgel: Hans-Joachim Heßler)

 

Hans-Joachim Heßler (*1968)

Impression Nr. 3 (Polnisch)

 

Hans-Joachim Heßler (*1968)

Ritmico

 

15. November 2015, 18:00 Uhr

an der Rieger-Orgel: Wolfgang Schwering

Wolfgang Schwering, geboren in Oberhausen, schloss sein Kirchenmusikstudium an der Essener Folkwang-Hochschule 1976 mit Auszeichnung ab. Es folgten Studien in den Fächern Kammermusik, Cembalo sowie in der Meisterklasse Orgel bei Prof. Sieglinde Ahrens. 1978 war er 2. Preisträger beim Messiaenwettbewerb in Essen, 1979 legte er das Konzertexamen im Fach Orgel ab, 1980 gewann er den 1. Preis beim Internationalen Wettbewerb für junge Kirchenmusiker in Fürth, der in den Disziplinen Chorleitung, Orgelspiel und Orgelimprovisation ausgetragen wurde. Von 1973 bis 1992 war Schwering Kirchenmusiker an der Herz-Jesu-Kirche in Oberhausen-Sterkrade. Seit 1992 ist er Domorganist in Xanten und künstlerischer Leiter der Domkonzerte. Seine Arbeit ist geprägt durch den Unterricht am Bischöflichen Kirchenmusikseminar Münster (Chorleitung, Theorie- und Orgelunterricht) und die Orgelsachverständigentätigkeit im Bistum Münster. Im Laufe der Zeit entstanden kleinere kirchenmusikalische Werke für Chor, Orgel und Instrumente (Adventsgesänge für Chor, Schlagwerk und Orgel; Intrada für Blechbläser, Chor und Gemeinde, Chorsätze unterschiedlichster Art zu verschiedenen liturgischen Anlässen). Im Rahmen der Entstehung des neuen Gebet-und Gesangbuches für die deutschsprachigen Bistümer ist Schwering Mitglied von Arbeitskommissionen, die sich um die Erstellung des Bistumsanhangs, sowie des damit zusammenhängenden Orgelbuches für Begleitsätze bemühen. Als Mitglied der Editions-Jury des dialog-verlag der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“ Münster arbeitet er an kirchenmusikalischen Publikationen und CD-Produktionen mit, die mit Autoren und Musikern des Bistums erstellt werden. Orgelkonzerte, Kammermusikabende, Chor- und Orchesterkonzerte, sowie Orgel-CD-Aufnahmen runden das umfangreiche musikalische Schaffen ab.

 

Programm:

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)

Toccata und Fuge F-Dur, BWV 540

 

Olivier Messiaen (1908 – 1992)

Verset pour la Fête de la Dédicace

(Versett zum Kirchweihfest)

 

Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 – 1847)

Sonate d-Moll op 65, Nr. 6

Choral „Vater unser im Himmelreich“ – Variationen

Fuga

Finale. Andante

 

Willibald Bezler (*  1942)

Psalm

(aus „Biblia Organi“ 13 Orgelbilder zum Alten Testament)

 

Torsten Maus (*  1972)

Erinnerung

(aus „Orgelalbum I“)

 

Peter Planyavsky (*  1947)

Toccata alla Rumba

 

22. November 2015, 18:00 Uhr

an der Rieger-Orgel: Christian Schmitt, Stuttgart

ECHO-Preisträger Christian Schmitt zählt nach Einladungen der Berliner Philharmoniker und der Salzburger Festspiele zu den gefragtesten Konzertorganisten seiner Generation. Der 1976 geborene Musiker konzertiert inzwischen weltweit und spielt als Solist mit führenden Rundfunkorchestern und weiteren renommierten Klangkörpern. Dabei arbeitet er mit Künstlern wie Juliane Banse, Sibylla Rubens, Martin Grubinger, Wen-Sinn Yang, Cornelius Meister, Michael Gielen, Reinhard Goebel, Sir Roger Norrington oder Marek Janowski zusammen.

Ab der Saison 2014/15 ist Christian Schmitt „Principal Organist“ der Bamberger Symphoniker, was neben mehreren Auftritten als Solist auch die künstlerische Leitung der Orgelreihe umfasst. Außerdem debütiert der Musiker im Laufe der Spielzeit im Wiener Musikverein, tritt erneut beim Musikfest Berlin auf und unternimmt eine Konzertreise nach Japan einschließlich einer CD-Produktion mit Matthias Höfs (Trompete). Höhepunkte der Saison 2013/14 waren die im April 2014 veröffentlichte CD „Prayer“ im Duo mit Magdalena Kožená für Deutsche Grammophon, ein solistischer Auftritt mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle und die erstmalige Zusammenarbeit mit dem WDR-Sinfonieorchester. 2012 gab Christian Schmitt sein Debüt bei den Salzburger Festspielen (Duo mit Magdalena Kožená).

Christian Schmitt ist auch als Pädagoge sehr aktiv, so an der Musikhochschule Stuttgart (Vertretungsprofessur im Lehrauftrag, Klasse Prof. Essl), der Hochschule für Musik Saar und an Musikhochschulen in Boston, Cremona, Oslo, Mexiko, Moskau, Seoul, Taschkent und Bogotá. Er gehört außerdem mehreren Jurys an.

Seine Diskographie umfasst über 35 solistische CD-Aufnahmen sowie Mitschnitte für sämtliche Rundfunkanstalten der ARD. Für das Label cpo arbeitet er an Gesamteinspielungen von Koechlin, Widor, Gubaidulina und Pachelbel.

Christian Schmitt studierte Kirchenmusik und Konzertreife an der Musikhochschule Saarbrücken sowie Orgel bei James David Christie (Boston) und Daniel Roth (Paris). Außerdem studierte er an der Universität des Saarlandes Musikwissenschaft und Kath. Theologie. Der Organist errang Preise bei mehr als zehn nationalen und internationalen Orgel- und Musikwettbewerben, u.a. in Brügge und Tokio sowie 2001 beim Deutschen Musikwettbewerb. Schmitts Aufnahme der Widor-Orgelsinfonien opp. 42,3 und 69 erhielt den ECHO Klassik 2013.

Internet: www.christianschmitt.info

Christian Schmitt spielt Werke von J.S. Bach, M. Reger, C.-M. Widor, F. Liszt und A. Pärt.