Das Projekt "KIKI"

Samstag, den 12. Januar 2013 um 16:07 Uhr Heckmann, Rudolf
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Ein Blick vor die Haustür genügt

Das Projekt „KiKi“ kämpft gegen Kinderarmut in Gelsenkirchen. Dass die Bilder der Armut aus Afrika schlimm sind, steht außer Frage. Dass wir in Deutschland unseren Teil dazu beitragen können, diese zu bekämpfen, ebenso. Dass die Deutschen – besonders im Ruhrgebiet – aber unmittelbar davon betroffen sind, ist ein relativ junges Phänomen.

Doch ein Blick vor die eigene Haustür genügt. Gerade in GE nimmt die Armut rapide zu. Die Aktion „Kirche für Kinder in Gelsenkirchen“ – kurz „KiKi“ – hat das erkannt. Und sie will etwas dagegen tun.

In einem Interview mit dem Magazin „Spiegel“ äußerte sich auch Gelsenkirchens OB Frank Baranowski...

...zu den Entwicklungen in seiner Stadt. „Die Arbeitslosigkeit beträgt rund 14 % “, sagte er. Mittlerweile sei fast jedes zweite Kind von Armut betroffen. Bereits 2008 gab es von Engagierten in den Großpfarreien und -gemeinden Überlegungen, selbst etwas dagegen zu tun.

„Klamotten für Kids“ sollte eine Aktion der Kath. Stadtkirche heißen, über die Kleider- und Spielzeugspenden gezielt an betroffene Familien ausgegeben werden. „Doch der Titel passte nicht“, erinnert sich Ralf Berghane. Denn es ging um viel mehr als „nur“ eine neue Hose. Das war die Geburtsstunde von „KiKi“. Ziel der Aktion ist die Bekämpfung der Kinderarmut in der eigenen Stadt.

Seit 2009 sammeln die Mitglieder Spenden oder beteiligen sich an Wohltätigkeitsveranstaltungen wie der „Spanischen Nacht“ auf Schloss Horst. „Ich mache bei KiKi mit, weil KiKi dort direkt, schnell und unbürokratisch hilft, wo Hilfe am nötigsten gebraucht wird“, sagt Ursula Beckmann; d.h.: keine komplizierten Anträge, keine langen Wartezeiten, keine Scham. Und es gibt einen weiteren Vorteil. „Da alle Mitarbeiter ehrenamtlich tätig sind, kommen 100 % des Erlöses bei den Bedürftigen an“, ergänzt Frau Beckmann.

Damit das Geld nicht zweckentfremdet wird, zahlt KiKi jedoch kein Bargeld aus. Die Mitarbeiter stehen im engen Kontakt mit Schulen und Kindergärten, aber auch mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) oder der Caritas. So kommt das Geld bei denen an, die es brauchen. Es wird nicht nur Kleidung, sondern auch Schulmaterial und -freizeiten, Nachhilfeunterricht, Beiträge für Vereine und vieles mehr mitfinanziert. „60 % der Kinder aus dem Stadtteil Schalke können nicht mehr schwimmen, wenn sie eingeschult werden“, sagt OB Baranowksi im „Spiegel“. KiKi spendet schon seit längerer Zeit Geld für Badehose und -latschen.

„Wir versuchen, nachhaltige Hilfe zu geben, um Kindern und Jugendlichen, die keine guten Startbedingungen in ihrem Umfeld vorfinden, eine Zukunftschance zu bieten“, erklärt Frau Beckmann. Das Geld bleibt in GE.

Aber es geht nicht nur an die „eigenen Leute“. „Die Konfession spielt überhaupt keine Rolle. Etwa 50 % der betroffenen Kinder haben einen Migrationshintergrund, oft mit muslimischen Wurzeln“, sagt Ralf Berghane.

Doch damit die Arbeit von KiKi noch effektiver werden kann, bedarf es weiterhin der Hilfe. Dabei geht es zwar auch, aber nicht nur um Spenden, sondern auch um Menschen, die im Projekt KiKi mitarbeiten wollen.

Björn Odendahl

Das Kiki-Team bittet um Spenden auf das folgende Konto: Kath. Stadtdekanat Gelsenk.; Verwendungszweck: Kiki – Kirche für Kinder; BLZ: 360 602 95 (Bank im Bistum Essen); Kto: 112 830 20.

Weitere Informationen gibt es unter: www.kiki-ge.de oder beim Kath. Stadtsekretariat Gelsenkirchen, Ahstraße 6, 45897 Gelsenkirchen, T.0209 / 9571431.